Junges Theater

Landestheater Schwaben gründet neue Sparte

Memmingen – Das Landestheater Schwaben gründet die Sparte „Junges Theater“. In der Versammlung des Zweckverbands des LTS wurde beschlossen, die neue Sparte einzuführen und so das Theaterangebot für Kinder und Jugendliche in der gesamten Region zu bereichern. Das Preisgeld des Theaterpreises des Bundes, den das Landestheater Schwaben 2019 erhalten hat, stellt den finanziellen Grundstock dar.

Um die Bindung an das junge Publikum der Region zu intensivieren und partizipative Angebote zu ermöglichen, fiel die Entscheidung für die Spartenneugründung. Hinzu kam die stetig wachsende Nachfrage an Vorstellungen für junges Publikum im gesamten Spielgebiet. Ziel ist es, kulturelle Identifikationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu bieten, nicht nur für Memmingen, sondern mit Strahlkraft für die gesamte Region. Es wird ein Repertoire für alle Altersstufen geben, ein ausgebautes theaterpädagogisches Begleitprogramm, sowie ein Fortbildungsprogramm für Lehrer und Erzieher. Mit anderen Jugendkulturinstitutionen im Regierungsbezirk ist eine Vernetzung und Kooperation angestrebt. Für die Schaffung personeller und räumlicher Kapazitäten wird es in der neuen Sparte einen fixen Stamm an Personal, sowie in Memmingen eine eigene Spielstätte am Schweizerberg geben. Außerdem wird ein neues Fahrzeug angeschafft, um in der Region mobil unterwegs sein zu können. Das Programm für junges Publikum erfährt durch die eigene Sparte „Junges Theater“ eine immense Aufwertung und steht gleichberechtigt neben dem regulären Abendprogramm.

Intendantin Dr. Kathrin Mädler zeigt sich hocherfreut: „Die Zustimmung des Zweckverbandes zur Gründung einer Sparte Junges Theater ist ein fantastisches Zeichen in dieser doch deprimierenden Zeit für die Kultur und die Theater. Kinder und Jugendliche erfahren im Theater Entfaltungsräume für die eigene Fantasie und können sich in der Auseinandersetzung mit Geschichten, die Perspektivwechsel ermöglichen und Einblick in andere Lebenswelten bieten, weiterentwickeln und wachsen. In den theaterpädagogischen Angeboten, die wir nun noch umfangreicher anbieten können, wird dieser positive Effekt noch multipliziert. Der „Theaterpreis des Bundes“ hat den nötigen Impuls gegeben. Unser großer Dank gilt der Stadt Memmingen, dem Zweckverband des Landestheaters Schwaben und dem Freistaat Bayern und unseren zahlreichen Fürsprechern, die sich für dieses Projekt eigesetzt haben. Wir freuen uns sehr, dass die Spartenneugründung, der lange Planungen und viele Gespräche vorausgingen, nun Realität wird!“

Portraitfoto von Claudia HoyerClaudia Hoyer übernimmt Leitung der neuen Sparte

Memmingen – Claudia Hoyer übernimmt ab der Spielzeit 2021/2022 die Leitung der neuen Sparte „Junges Landestheater Schwaben“. In einem Aufbau-Prozess bis 2023/2024 wird ein Ensemble mit drei Schauspieler/-innen etabliert werden, das jährlich drei Neuproduktionen herausbringt und in Kombination mit Wiederaufnahmen dauerhaft ein Repertoire für alle Altersklassen bereithält. Daneben soll das theaterpädagogische Angebot ausgebaut werden.

Claudia Hoyer ist seit 2010 Theaterpädagogin am Landestheater Schwaben und hat seitdem die Vernetzung mit Schulen in der Region intensiviert, das Kooperationsmodell für Schulen nachhaltig ausgebaut und so die Basis für die heute so breitgefächerte theaterpädagogische Arbeit geschaffen. Sie war zudem zu Beginn der Intendanz von Kathrin Mädler federführend an der Gründung der Bürgerbühne Schwaben beteiligt. Erfolgreich konzipierte und organisiert sie seit mehreren Jahren gemeinsam mit der Kolping Akademie für die Aktivierungshilfe eine theaterpädagogische Projektarbeit, bei der junge Menschen bei der Entwicklung notwendiger sozialer Fähigkeiten, sowie der Berufsorientierung gezielt unterstützt werden. Ein weiteres Leuchtturmprojekt der theaterpädagogischen Vermittlungsarbeit am Landestheater Schwaben ist das von ihr entwickelte Seminar „Quo vadis“, in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit, in dem junge Erwachsene durch theaterpädagogische Methoden die Frage nach der eigenen Laufbahnplanung untersuchen können. 2018 hat Claudia Hoyer in Kooperation mit der theaterpädagogischen Abteilung des Staatstheaters Augsburg das „Migrationsprojekt für Schwaben“ ins Leben gerufen, organisiert und durchgeführt. Das dreijährige Projekt ermöglichte insgesamt zwölf Klassen einen theatralen Diskurs rund um das Thema Migration. Sie freut sich auf die spannende Aufgabe, die Sparte „Junges Landestheater Schwaben“ künstlerisch mitprägen und gestalten und das theaterpädagogische Vermittlungsangebot ausbauen zu können. Ebenso auf den Austausch im Allgäu, auf gemeinsame Entdeckungsprozesse und auf neue Kooperationen und Projekte. Die Neugründung sieht sie als großartige Chance, die Fläche und die Partner an den Gastspielorten mit starkem, anspruchsvollem Kinder-und Jugendtheater versorgen zu können.