History meets history

Zigarrenhaus Sturm nun in historischem Gebäude

Memmingen – In unserem heutigen Interview trifft Geschichte auf Geschichte! Wir sind im Gespräch mit Christoph Sturm, Inhaber des Zigarrenhauses Sturm, der mit seinem traditionellen Geschäft in ein historisches, Denkmal geschütztes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert in Memmingen umgezogen ist.

Herr Sturm, dass es Ihr Zigarrenhaus schon sehr lange gibt, ist weit über die Grenzen Memmingens bekannt, doch dass es bereits 1887 eröffnet wurde, ist äußerst beeindruckend. Können Sie uns etwas über die Historie erzählen?

Mein Urgroßvater, Heinrich Sturm, gründete unser Zigarrenhaus 1887 am Weinmarkt. Dann erfolgte nach 50 Jahren der Umzug in die Kalchstraße 7. 1959 übernahm mein Vater Franz Sturm die Leitung und eröffnete Filialen am Weinmarkt, in der Bahnhofstraße sowie im ehemaligen Einkaufszentrum DEZ. Als Letzteres in den 70er Jahren schloss, nahm er das Angebot an, das Zigarrenhaus Sturm auch in einem Einkaufszentrum in Ulm für einige Jahre zu präsentieren – ein erster Schritt außerhalb Memmingens. Anfang der 90er übernahm er ein bestehendes Tabakwarengeschäft in der Bahnhofstraße in Kempten, das 2003 in das Forum Allgäu verlegt wurde. 2008 überschrieb mir mein Vater das Geschäft. Mit der Neueröffnung wird das Zigarrenhaus Sturm in Memmingen ausschließlich in der Kramerstraße 33 vertreten sein, Kempten bleibt selbstverständlich bestehen. Das „neue“ Zigarrenhaus Sturm befindet sich nun in ganz besonderem Ambiente. Die Stuckdecken und Fresken schmückten über Jahrhunderte die ehemalige Einhorn-Apotheke.

Wie dürfen sich unsere Leser/-innen die Einrichtung vorstellen? Haben Sie Umbauten vorgenommen?

Der historische Raum blieb mitsamt der Inneneinrichtung erhalten. Den linken modernen Raum haben wir jedoch komplett entkernt und mit einer neuen Ladeneinrichtung modern umgestaltet. Hinter der historischen Räumlichkeit wurde ein „Humidor“ eingerichtet. Dieser auch für Kunden separate, begehbare Klimaraum verfügt über eine 70-prozentige Luftfeuchtigkeit, in dem die handgerollten Zigarren präsentiert werden.

Seit 2006 bieten Sie Ihren Kundinnen und Kunden auch in Ihrem online-shop über 4000 Artikel an. Dies war sicher sehr dienlich während der vergangenen Corona-Wochen?

Tatsächlich wurde der online-shop jetzt während der Pandemie-Zeit besonders gut angenommen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mich meine regionale wie auch überregionale Kundschaft unterstützt hat. Und es kamen aufgrund unseres qualitativ hochwertigen Sortiments und unseres perfekten Service noch mehr Kundinnen und Kunden dazu.

Nun kann ja Tabak in allen möglichen Variationen konsumiert werden. Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass ein bestimmter Menschentyp – vielleicht auch altersabhängig – z.B. ausschließlich zur Pfeife greift, wiederum andere auf Zigarillos schwören?

Rauchen ist zeitgemäßer denn je. Pfeife oder Zigarre rauchen, ist ein Genussmittel, dessen Schadstoffe nicht so hoch sind und als genialer „Entschleuniger“ gelten. Dazu noch ein gutes Buch, einen Whiskey oder ein Glas Wein – was will man mehr? Diese Auszeit ist nicht altersabhängig sondern wird von allen Altersschichten gesucht. Die Zigarre liegt auch bei jungen Leuten im Trend.

Nun wird ja Tabak nicht nur geraucht, sondern auch geschnupft und gekaut. Ist das hierzulande weit vertreten?

Schnupftabak im klassisch-bayerischen Sinn ist weit verbreitet. Mehr denn je erfährt jedoch der sogenannte „Snus“ einen Hype bei jungen Leuten, den es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt.

Sie zählen zu einem der wenigen, prädestinierten Einzelhändler für John Aylesbury Produkte. Was steckt hinter diesem Namen?

Dieser englische Name steht für eine deutsche Händlervereinigung – eine Eigenmarke, die derzeit 50 inhabergeführte Fachhändler führen. Wir sind stolz darauf, diese exklusiven, hochwertigen Produkte führen zu dürfen. Sie offerieren auch ausgewählte Spirituosen? Ja, wir bieten eine große Vielfalt an Spirituosen, Whiskey, Rum und Gin und jetzt neu auch italienische Spitzenweine an.

Wir danken für das Gespräch!